Der Schmerz sitzt tief

18. Februar bis 24. Mai 2009

Die Ausstellung Der Schmerz sitzt tief fokussierte internationale Gegenwartskunst von Frauen, die sich aktuell Phänomenen wie Verlust, Trauer und Schrecken widmet. Die Künstlerinnen realisieren für die Darstellung schmerzender Prozesse und Empfindungen keine blutrünstigen Horrorszenarien, sondern versuchen vielmehr, Bilder zu kreieren, die unsere Vorstellungen und Wahrnehmungen von Leid visuell prüfen. Es scheint gerade heute in einer aufgeklärten, über alles informierten, globalisierten Welt den Künstlerinnen wichtig, zu zeigen, dass Theorie und Praxis von Unheil und Schmerz zweierlei sind und Sachkenntnis nicht automatisch die Tugenden Mitleid und Hilfsbereitschaft hervorbringt. Die Unfähigkeit, am Schmerz anderer tatsächlich teilnehmen zu können, löst oft ein Gefühl der Beklemmung aus, das schmerzlich sein kann, wenn man sich dessen bewusst wird.

So loten die Künstlerinnen die Unterschiede zwischen gesehenem und erlittenem Schmerz, zwischen Kenntnis und Erfahrung von Leid, aber auch von Gut und Böse aus. Einige hinterfragen dafür Identitäten, ethnische, rassische, kulturelle und individuelle, und schlüpfen selbst in andere Rollen. Den Betrachtenden ist das Erkennen klarer Grenzen erschwert, sie sehen Zwischenbereiche und treten ein in Schwellensituationen, die nicht nur Schmerz vorstellbar machen, sondern auch von der Bereitschaft erzählen, anderen als vermeintlich befreiendem Weg Vergleichbares zuzufügen. Dafür dem Publikum der Ausstellung den Blick zu öffnen, war die Intention von Der Schmerz sitzt tief.

 

Publikation:
Zu Der Schmerz sitzt tief wurde in den Opelvillen eine Ausstellungsbroschüre konzipiert. Die Künstlerinnen stammten aus Lettland, den USA, den Niederlanden, Israel, Äthiopien, Schweden, Norwegen und Japan.

 

Werke von:
Famous Five (F5) (LV) ● Ellen Gallagher (USA) ● Mathilde ter Heijne (NL) ● Sigalit Landau (IL) ● Julie Mehretu (ETH) ● Anneè Olofsson (S) ● Vibeke Tandberg (N) ● Kara Walker (USA) ● Miwa Yanagi (J)