Die reine Leidenschaft
Amateurfotografien von Peter Dammann, Eugen Gerbert, Axel Herrmann und Vasilii Lefter

2. Mai bis 29. Juli 2018

Vier bislang unbekannte Amateurfotografen werden zum ersten Mal vorgestellt. Jeder fertigte im Verborgenen nach einer bestimmten fotografischen Idee über Jahrzehnte hinweg unzählige Negative, Dias und Abzüge.

Der verstorbene Axel Herrmann (1946-2010) beispielsweise hinterließ ein Konvolut unveröffentlichter Fotografien, die er in den 1960er- und 1970er-Jahren ohne kommerziellen Zweck aufnahm. In seinem Beruf als Pilot bereiste er gemeinsam mit seiner Frau, einer Stewardess, die Welt und dokumentierte seine Erlebnisse an fernen Orten, bevor sich der Massentourismus entwickelte.

Eine Liebesgeschichte steckt auch in dem Bildarchiv des ebenfalls verstorbenen Eugen Gerbert (1923-1995), der seine Frau Gerti (1931-2017) ab den 1960er-Jahre vierzig Jahre lang fotografierte. Von ihrer Heirat bis zum Tod des Bundesbahnbeamten entstanden nach Dienstschluss neben den obligatorischen Familienfotografien zahllose Bilder von Gerti, in selbstgenähten Sommerkleidern, in Unterwäsche oder gänzlich nackt, am Strand, im Wald, im Auto oder zuhause.

Eine Kamera begleitet auch das Leben des Ingenieurs Peter Dammann (*1936), der in den 1960er- bis 1990er-Jahren vor allem seine Familie mit der Linse festhielt. Es entstanden tausende von Fotografien seiner Frau, seiner Kinder, seiner Eltern und verschiedener Verwandter, die sich zu Familienfeiern, Geburtstagen oder Beerdigungen trafen.

Auch die Fotografien von Vasilii Lefter (1943-1982) wurden zu Lebzeiten nicht ausgestellt. Über 25 Jahre lagerte sein fotografisches Werk unentdeckt in Schachteln auf dem Balkon seiner Tochter, der Künstlerin Tatiana Fiodorova. Während der Zeit der Sowjetunion bereiste der im Ministerium für Bauwesen tätige Lefter moldauische Dörfer, um Bauern zu fotografieren.

 

Foto-Hefte zur Ausstellung: Eugen Gerbert. Gerti (Heft 1), Vasilii Lefter. Es war einmal in Moldawien (Heft 2), Peter Dammann. Einfach das Leben (Heft 3), Axel Herrmann. Continental Breakfast (Heft 4), in der Reihe lost&found, Hartmann books, herausgegeben von Beate Kemfert und Markus Hartmann, Design Antonia Größchen, alle Hefte 14,8 x 21 cm, ca. 48 Seiten, ca. 50-60 Abbildungen je Heft, Texte Deutsch/Englisch, Hefte in Zellglastüte, Mai 2018, 12 € (8 € in der Ausstellung)

Kuratorin: Dr. Beate Kemfert, Kuratorin und Vorstand der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim

 

Die Ausstellung ist ein Partnerprojekt der Fototriennale RAY 2018 zum Thema EXTREME, www.ray2018.de.

 

RAY 2018 ist eine Kooperation von Darmstädter Tage der Fotografie mit dem Kunstforum der TU Darmstadt, Deutsche Börse Photography Foundation, DZ BANK Kunstsammlung – ART FOYER, Fotografie Forum Frankfurt, Frankfurter Kunstverein, Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim, Marta Hoepffner-Gesellschaft e.V. im Stadtmuseum Hofheim, Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und Nassauischer Kunstverein Wiesbaden. Die Triennale RAY Fotografieprojekte hat sich im Jahr 2010 auf Initiative des Kulturfonds Frankfurt RheinMain gegründet.