Mit Abstand ganz nah
Fotografie aus Leipzig

24. Februar
bis 16. Mai 2010

Die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig war die wichtigste Ausbildungsstätte für künstlerisch ambitionierte Fotografie in der DDR. Sie prägte in den 1980er-Jahren jene Fotografengeneration, welche die Dominanz des agitatorischen Bildjournalismus unterminierte und eigene Handschriften entwickelte. Die kritische, soziologisch-empirische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, der Blick auf die Menschen und ihre sozialen Zwänge stehen seither im Fokus der Leipziger Fotografie.

Die Ausstellung gab mit Werken von 25 Künstlerinnen und Künstlern, die alle an der Hochschule für Grafik und Buchkunst ein Studium absolviert haben, einen Überblick zur Leipziger Fotografie seit den späten 1970er-Jahren bis in die unmittelbare Gegenwart hinein. Ausgehend von der Sammlung Fotografie des Kunstmuseums Dieselkraftwerk Cottbus, die zu den bedeutendsten ostdeutscher Fotokunst zählt, wurden markante Werke vorgestellt. Die Weiterentwicklung konzeptuell unterschiedlicher Auffassungen der Leipziger Absolventen nach 1990 ließ sich an ausgewählten Positionen zur Gegenwartskunst ermessen. Die kritische Distanz zur gesellschaftlichen Wirklichkeit, sowohl unter den Perspektiven privatalltäglicher als auch öffentlicher, globaler Zusammenhänge, markiert bis heute einen wesentlichen Bestandteil der Leipziger Fotografie.

 

Katalog:
Mit Abstand ganz nah: Fotografie aus Leipzig. Kerber 2008, 80 Seiten

 

Werke von:
Christian Borchert ● Klaus Elle ● Thomas Kläber ● Werner Mahler ● Jens Rötzsch ● Rudolf Schäfer ● Erasmus Schröter ● Gundula Schulze Eldowy ● Maria Sewcz ● Tina Bara ● Viktoria Binschtok ● Yvon Chabrowski ● Ulrich Gebert ● Göran Gnaudschun ● Matthias Hoch ● Susanne Huth ● Bertram Kober ● Ricarda Roggan ● Adrian Sauer ● Andreas Schulze ● Grit Schwerdtfeger ● Esperanza Spierling ● Anett Stuth ● Albrecht Tübke ● Tobias Zielony