GOYAS ERBEN

10. Oktober 2012
bis 27. Januar 2013

Gegenwartskünstler beziehen sich in ihren Arbeiten vermehrt auf die jüngere und ältere Kunstgeschichte. Insbesondere das Werk des spanischen Malers Francisco de Goya (1746–1828) wurde in den letzten Jahren neu entdeckt: Groteske Verzerrungen, fratzenhafte Figuren und sonderbare Deformationen der Wirklichkeit kennzeichnen in Anlehnung an Goya verschiedene Bildwelten aktueller Kunst.

Goya selbst hat seine Grafikfolgen immer wieder neu gegliedert und gruppiert. Er griff auf bestimmte Leitmotive zurück und variierte sie, wobei er die Grenzen zwischen Realem und Traumhaftem in Los Caprichos (Die Launen, 1793–1799) zu verwischen begann. Vielfältige Variationen von Monstern und Phantasmen entstanden. Figuren wurden zu Hybriden.

Goyas Vorliebe für Rollentausch – Opfer werden Täter, Täter werden Opfer – ist ebenso Thema heutiger Künstlerinnen und Künstler. Stets wird mit neuen Konstellationen und Verknüpfungen experimentiert. Zyklisches und sprunghaftes Formendenken charakterisiert daher nicht nur Goyas Arbeiten auf ganz besondere Weise, sondern setzt sich in den Gruppierungsverfahren von Marcel Dzama (*1974 in Winnipeg), Michael Pfrommer (*1972 in Leonberg), Cornelia Renz (*1966 in Kaufbeuren) oder Gitte Schäfer (*1972 in Stuttgart) auf ungeahnte Weise fort.

 

Publikation:
Zu GOYAS ERBEN wurde in den Opelvillen eine begleitende Ausstellungsbroschüre konzipiert.

 

Werke von:
Francisco de Goya ● Jake & Dinos Chapman ● Marcel Dzama ● Michael Pfrommer ● Cornelia Renz ● Nadin Maria Rüfenacht ● Gitte Schäfer