TEMPO, TEMPO!
Das Phänomen der Geschwindigkeit im Film

23. April
bis 31. August 2008

Die Geschwindigkeit hat in der digitalen Welt der Medien eine neue Dimension erreicht. Waren es einst die Maschinen, die Eisenbahn, das Dampfschiff, das Automobil, die Rasanz neu definierten, so hat nach der Industrialisierung besonders die Entwicklung der Bild- und Kommunikationsmedien die Welt beschleunigt.

Heute ist der Fluss der Bits auf den so genannten Datenautobahnen für das menschliche Erfassungsvermögen nicht mehr nachvollziehbar. Die Avantgarde, besonders der Futurismus, sah in der Durchdringung von Mensch, Maschine und Schnelligkeit die Vision der Zukunft. Die Futuristen verkündeten berauscht durch die moderne Technik eine neue Schönheit, die Schönheit der Geschwindigkeit. Dieses neue Erlebnis der Rasanz wurde zum wichtigen Thema der Moderne. Im Tempofieber griffen Künstlerinnen und Künstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Kamera, um ihre Faszination in der Beschleunigung und Montage der Bilder filmisch zu visualisieren.

Die Rasanz, die durch die Digitalisierung der Medien erreicht wurde, hat für die Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart nicht die herbeigesehnte Erneuerungskraft wie in der Moderne. Zunehmend wird gesehen, dass Geschwindigkeit ihren utopischen Gehalt verlieren musste, weil diese an die Beweglichkeit des Körpers und die Wahrnehmungsleistung der Sinne gebunden ist. Gegenwärtig ist es nicht mehr die Geschwindigkeit selbst, die thematisiert wird, sondern vielmehr die Bedingungen ihrer Wahrnehmung.

 

Werke von:
Thomas Bayrle & Stefan Seibert ● John Bock ● Peter Fischli & David Weiss ● Christine de la Garenne ● Takehito Koganezawa ● Christian Marclay ● Uriel Orlow ● Roman Signer ● Florian Slotawa ● Eva Teppe ● Holly Zausner