Einladung zur Eröffnung in der Schleuse:
Pia Ferm »Weight of the Walls«
am 10. Dezember 2017 um 12 Uhr

Einladung zur Eröffnung in der Schleuse:<br/>Pia Ferm »Weight of the Walls« <br/>am 10. Dezember 2017 um 12 Uhr

Die Kunststudentin Pia Ferm ist in Schweden geboren und aufgewachsen. Zunächst studierte sie in Goetheburg und seit 2014 ist sie Studentin an der Städelschule in Frankfurt. Die junge Kuratorin Carina Bukuts wird die Ausstellung in der Schleuse um 12 Uhr eröffnen. Sie hat sich wie folgt mit Pia Ferm und ihren Arbeiten beschäftigt:

„Die Wand ist das tragende Element einer jeden Architektur. Sie gliedert einen Grundriss und schafft Strukturen, wo vorher keine waren. War die massive Wand in der Romanik eines der prägnantesten Elemente des Baukörpers, sollte die Gotik diese auflösen. Sie durchbrach die festungsartigen Mauern mithilfe von großen, vertikalen Fenstern, die der Architektur ein Gefühl von Leichtigkeit vermitteln sollte.
In der Schleuse der Opelvillen Rüsselsheim erkennt die schwedische Künstlerin Pia Ferm eine ähnliche Monumentalität wie sie Sakralbauten zugeschrieben wird. Der dunkle, steinerne Boden wird durch eine Bank in der Mitte in zwei unterschiedlich hohe Ebenen zerteilt. Die Bank bildet somit eine Achse, die die Vertikalität der Schleuse betont und die beiden Wände, die den Raum gliedern, als Antagonisten positioniert. Sie betont das Gegenüber der Wände und verringert den Abstand, den der Betrachter zu ihnen einnehmen kann, indem die Bank sich selbst als architektonisches Element behaupten muss. Folgt man der Blickachse so führt diese, ähnlich einer Kirche, zum Licht. Auf beiden Seiten finden sich am Ende des Ganges Fenster, die den Blick nach draußen freigeben. Diese dramatisch anmutende Dramaturgie ist der Ausgangpunkt für Pia Ferms Ausstellung „Weight of the Walls“. Bereits der Titel verrät, dass die Künstlerin mit ihren Arbeiten den Antagonismus der Architektur in den Vordergrund stellt. Die Leichtigkeit, die die Fenster am Ende der Schleuse suggerieren, können die Massivität der Wände nicht auflösen. Der Versuch aus einer anmutenden Schwere eine Leichtigkeit darzustellen, scheitert, sodass die gezeigten künstlerischen Arbeiten sich auf diesen schweren Wänden behaupten und ihren eigenen Raum einnehmen müssen, um dadurch die Monumentalität zu betonen anstatt zu negieren.“
Text: Carina Bukuts

 

Zur Eröffnung ihrer Ausstellung Weight of the Walls in der Schleuse der Opelvillen laden wir Sie herzlich ein!

 

Bildnachweis: Pia Ferm, 2017 © Pia Ferm