Enormen Zuspruch mit über 500 Gästen erfuhr das diesjährige Sommerfest.

Unter dem Motto Schleuse/Labor ausgelagert – Junge Kunst im Garten lud die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim am Sonntag, 29. Juli zu einem abwechslungsreichen Programm ein.

»Akzelerometrie 4« von Johannes Lenzgeiger

 

Dreh- und Angelpunkt des Festtages waren Aktionen junger Künstlerinnen und Künstlern in und um die Opelvillen. Zehn Kunstschaffende der Akademien aus Frankfurt, Mainz und Offenbach bespielten erstmals den Garten der denkmalgeschützten Doppelvillenanlage. Der temporäre Skulpturengarten mit Objektkunst und multi-medialen Installationen wurde gegen 16 Uhr mit einem gemeinsamer Parcours zum Besuch aller Outdoor-Projekte eröffnet. Sowohl der Garten der Villa Wenske als auch die Rasenflächen zur Festung wurden von Mia Bencun, Liesel Burisch, Jakob Brugge, Edi Danartono, Johannes Lenzgeiger, Ada Rączka, Lukas Sünder, Robin Stretz, Mathias Weinfurter und Alicja Wysocka bespielt. Beim Rundgang erklärten die jungen Künstlerinnen und Künstler ihre Stationen im Grün und waren für Fragen offen.

Der Großteil der Arbeiten im Außenbereich wurde neu produziert und ortsspezifisch installiert. So wählte Liesel Burisch beispielsweise eine Bank im denkmalgeschützten Grün der Villa Wenske als Ort ihrer Sound-Installation aus, die aus einer Augenmassage-Brille und Kopfhörern bestand. Es war Text der Künstlerin zu hören, der sich mit Fragen zum Rassismus beschäftigte. Burisch intendierte, die Zuhörer durch das gesprochene Wort für ihr Umfeld zu sensibilisieren. Zum Verweilen lud auch eine Videoarbeit von Edi Danartono ein, die in Sumatra entstand. Sein Film zeigt, wie ein wilder Orang-Utan sich durch den Regenwald hangelt. Als Untertitel wählte der Künstler Klagelieder der indigenen Bataks. Alicja Wysocka installierte eine ihrer Figuren auf dem Festungswall, um Besucher einzuladen, auch die benachbarte Höhe zu steigen und den Blick nicht nur über das Skulpturengelände, sondern auch bis zum Main schweifen zu lassen. Auch die Vernissage der Schleusen-Ausstellung „nothing matters (that much)“ von Robert Schittko gegen 17.00 Uhr wurde begeistert besucht. Der Fotokünstler der Hochschule für Gestaltung Offenbach widmet sich in seinen Arbeiten dem Verhältnis zwischen Aufnahme, Objekt und dem sowohl hinter als auch vor der Linse agierenden Subjekt. Ebenfalls regen Zulauf konnte der Artist-Talk mit Künstlerin Anna Nero und der Kunsthistorikerin Dr. Ruth Polleit Riechert im Labor verzeichnen. Anna Nero erläuterte ihre in den Opelvillen entstandenen Malereien und Keramiken.

Edi Danartono erzählt von den Erfahrungen seiner Reise nach Sumatra, die er in der Arbeit »The backpacker’s dream« aufgreift.

 

Der Freundeskreis der Opelvillen unterstützte das umfangreiche Rahmenprogramm des Sommerfestes für Groß und Klein. Kinder hatten die Möglichkeit, sich an Kreativstationen schminken zu lassen und Fotografien ohne Kamera anzufertigen. Mit Hilfe von Solarpapier wurde die Technik von Fotogrammen erprobt. Auch an Kaffee, Kuchen und Herzhaftes vom Grill war gedacht. Kühle Getränke reichten darüber hinaus die Rüsselsheimer Winzerfreunde.

Fotograf, Designer und DJ Daniel Herrmann sorgte den ganzen Nachmittag über für Musik und ließ abends ab 18 Uhr den Sound der 60ern und 70ern aufleben, als er die Singles aus der Plattensammlung seines verstorbenen Vaters, des Amateurfotografen Axel Herrmann auflegte. Zum Sound vergessener Ohrwürmer wurde dann auch begeistert getanzt. Das Fest endete zur Zufriedenheit aller Akteure gegen 22.00 Uhr. Der Freundeskreis zur Unterstützung der denkmalgeschützen Opelvillen konnte viele neue Freunde und auch neue Mitglieder gewinnen.

 

Fotos: Frank Möllenberg © Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim