Goldener Löwe für Anne Imhof. Wir gratulieren herzlich!

Der von der Frankfurter Künstlerin Anne Imhof gestaltete deutsche Pavillon ist auf der Kunstbiennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen geehrt worden.

Eliza Douglas and Franziska Aigner in Anne Imhof, Faust, 2017
Deutscher Pavillon, 57. Internationale Kunstausstellung– La Biennale di Venezia
© Fotografie: Nadine Fraczkowski, Courtesy: Deutscher Pavillon 2017, die Künstlerin

 

Ihre erste Ausstellung hatte Anne Imhof, damals Studierende der Frankfurter Städelschule, mit AUDITION 2012 in der Schleuse der Opelvillen. Die Arbeit, in der sie sich mit Traditionen der Performance-Kunst, des Tanzes und der unmittelbaren Wirkung von Live-Sound auseinandersetzte, hatte sie eigens für den studentischen Ausstellungsraum entwickelt, den die Kunst- und Kulturstiftung seit 2005 jungen Künstler zur Verfügung stellt. »Eine echte Entdeckung« nannte sie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schon 2013.

»Über den Erfolg Anne Imhofs, die wir 2012 zur Bespielung der Opelvillen-Schleuse auswählten, freuen wir uns sehr. Wir gratulieren ihr herzlich zur Auszeichnung mit dem Goldenen Löwen für ihre Gestaltung des deutschen Pavillons auf der diesjährigen Biennale«, sagt Dr. Beate Kemfert, Kuratorin und Stiftungsvorstand der Opelvillen. Imhof zeigt in Venedig die knapp fünfstündige, sehr bedrückende Performance Faust, in der sie mit den Themen Macht und Ohnmacht, Willkür und Gewalt, Widerstand und Freiheit spielt.

Durch das monumentale Gebäude ließ sie dafür dicke Glasböden ziehen, zwei Dobermänner stehen in einem Zwinger vor dem Pavillon. Es gehe um das Gefühl, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein oder nicht, sagte die Kuratorin Susanne Pfeffer vom Fridericianum in Kassel bei der Eröffnung des Pavillons am vergangenen Mittwoch.

Imhof wurde in Gießen geboren und wuchs in Fulda auf. Sie studierte zuerst an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und dann an der Städelschule in Frankfurt bei Judith Hopf. Nebenbei jobbte sie als Türsteherin im Offenbacher Techno-Club »Robert Johnson« und sang in einer Band namens »Die Töchter aus gutem Hause«.

Zu ihrem Team gehören mehr als 30 Leute. Je nach Art der Arbeit sind es Musiker, Sänger, Tänzer oder Models, Bühnenbildner, Architekten, Fotografen oder Filmemacher. »Mit dieser vielfältigen Arbeitsweise kann ich große Bilder schaffen«, so Imhof.