»Kunstlotsen«: Rüsselsheimer Schülerinnen und Schüler führen durch die Opelvillen-Ausstellung – Erneute Kooperation mit der Grundschule Innenstadt Rüsselsheim im Rahmen des Vermittlungsprogramms der Opelvillen

Im Rahmen ihres Bildungsauftrags kooperieren die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim und die Grundschule Innenstadt erneut miteinander. Dank der Förderung der BGAG-Stiftung Walter Hesselbach und der Unterstützung zweier Rüsselsheimer Grundschulen im Rahmen der Förderung »Öffnung von Schule« kann das Projekt der »Kunstlotsen« nach einem Jahr wieder aufgelegt werden. Hatte die letzte Schulklasse ihre Familienangehörigen durch die farbenfrohe Niki-de-Saint-Phalle-Ausstellung geführt, steht nun die aktuellen Opelvillen-Schau Das Selbstporträt. Arbeiten auf Papier aus der Sammlung Frerich auf dem Programm. Wie gehabt werden zwei Schulklassen der Rüsselsheimer Grundschule Innenstadt zu Lotsen und Vermittlern der neuen Ausstellung ausgebildet.

Seit 2003 existiert die Kooperation der Opelvillen mit der Rüsselsheimer Grundschule Innenstadt. Während der Zusammenarbeit entstanden vielfältige Bildungsprojekte. Federführend für die Organisation und Konzeption ist nach wie vor die Grundschullehrerin und Kunstpädagogin Anette Stock. Sie engagiert sich in besonderem Maße, auch der Tatsache geschuldet, dass die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Innenstadt zu 90 % Migrationshintergrund besitzen, sie stammen aus aller Welt. Frau Stock ist es zu verdanken, dass die jungen Menschen durch regelmäßige Besuche der Opelvillen einen ihnen vorher fremden Ort zu schätzen wissen und sich mittlerweile im Ausstellungshaus mit großer Selbstverständlichkeit bewegen. Ihre Eltern und Familien hingegen zählen in der Regel zu den Nicht-Besuchern von Kunstmuseen. Um auch diese Erwachsenen zu erreichen und für die Opelvillen zu interessieren, wurde das Projekt der »Kunstlotsen« geboren. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Opelvillen »ein Ort für alle« oder »möglichst viele« sein möchten, wurde das neue Vermittlungskonzept entwickelt.

Das Projekt der »Kunstlotsen« startete zum ersten Mal 2015. Schnell zeigte sich, dass die innovative Idee ein voller Erfolg war und zwei weitere Male konnte das Projekt realisiert werden. Eine Kontinuität des Projekts wurde bisher jedoch durch wechselnde Förderbedingungen erschwert. Für die Zukunft ist eine gesicherte Nachhaltigkeit des Projekts und der Zusammenarbeit der beiden Partner angestrebt.

2018 ist die Finanzierung gesichert und die Ausbildung der »Kunstlotsen« hat begonnen. In den nächsten zwei Monaten erhält die Schülerschar der Grundschule Innenstadt einen Einblick in die laufende Opelvillen-Ausstellung. Jeder Teilnehmer darf sich am Anfang des Projektes ein Lieblingskunstwerk aussuchen. Spielerisch tauschen sich dann die Schülerinnen und Schüler über ihr ausgewähltes Selbstporträt in der Schule aus. Auf diese Weise wird altersgerecht Wissen vermittelt und die Wahrnehmung der Kinder immer wieder aufs Neue angeregt. Dort, wo der Ausstellungsbesuch anderer Schulen aufhört, beginnt das Vermittlungskonzept der »Kunstlotsen«. Durch individuelle ästhetische Bearbeitung des Lieblingskunstwerks in einer mehrwöchigen Werkstattarbeit, entstehen persönliche Auseinandersetzungen mit dem Kunstwerk durch ästhetische und subjektbezogene Zugriffsweisen. Die zum Abschluss geplante Führung für Eltern und Lehrpersonen fördert das Selbstbewusstsein und die sprachliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Mit dem Projekt wird gleichzeitig angestrebt, Schwellenängste gegenüber der Bildungsinstitution Museum abzubauen und die Eltern der Schülerinnen und Schüler zu einem Ausstellungsbesuch zu animieren.