Wir bedanken uns für über 12.000 Besucher! Mit »Niki de Saint Phalle und das Theater« ist eine unserer erfolgreichsten Ausstellungen am vergangenen Sonntag zu Ende gegangen

»Au revoir Niki!« hieß es am vergangenen Sonntag, 26. März 2017, hier in den Opelvillen. Nach knapp vier Monaten Laufzeit ging mit Niki de Saint Phalle und das Theater – At Last I Found the Treasure eine unserer bislang erfolgreichsten Opelvillen-Ausstellungen zu Ende. Über 12.000 Besucher haben unsere umfangreiche Eigenproduktion gesehen, die nach über sechs Jahren Recherche und aufwendiger Vorbereitung zum ersten Mal das Theaterschaffen der Künstlerin Niki de Saint Phalle beleuchtete. Ausstellungskuratorin und Stiftungsvorstand Beate Kemfert zieht zum Abschluss eine überaus positive Bilanz: »Wir konnten einem breiten Publikum einen neuen Blickwinkel auf Niki de Saint Phalle vermitteln, die vielen vor allem durch ihre bunten Nanas bekannt ist. Die Ausstellung und der begleitende Katalog haben gezeigt, dass es auch im Fall einer so berühmten Künstlerin noch immer möglich ist, neue Aspekte zu erforschen und damit bislang unbekannte Kapitel der Kunstgeschichte neu aufzuschreiben«.

So waren hier in den Opelvillen die sechs Blätter der Siebdruck-Serie ICH erstmals vollständig und in richtiger Abfolge zu sehen, nachdem Kemfert durch Ihre Forschung zum gleichnamigen Theaterstück de Saint Phalles Parallelen zur dargestellten Traum-Sequenz ziehen konnte. Dank Rainer von Hessen, der die Künstlerin als Regisseur unter dem Namen Rainer von Diez 1966 zur Zusammenarbeit am Theater einlud, konnten viele Zeitzeugen kontaktiert werden. Auch half er die Folge der Siebdrucke mit Bildgedichten zum Thema Liebe in einen neuen Zusammenhang einzuordnen. Sie zeigen die Beschäftigung der Künstlerin mit Text in Folge ihrer Tätigkeit für die Bühne, während das Relief Last Night I Had a Dream, eine wertvolle Leihgabe der Niki Charitable Art Foundation, die seit den späten 1960er Jahren hier in Rüsselsheim erstmals wieder ausgestellt war, ihre Auseinandersetzung mit dem Raum zeigt. Die Foundation der Künstlerin, die ihren Sitz in Kalifornien hat, unterstützte die Arbeit der Kuratorin in allen Belangen, besondere Hilfe leisteten sie und die Hessische Kulturstiftung bei der Erstellung des begleitenden Katalogs. In der Publikation fügte Beate Kemfert alle Recherchen zusammen und publizierte zum ersten Mal verschiedene Manuskripte und Skizzen von Niki de Saint Phalle, die sie im Archiv der Künstlerin als erste Forscherin einsehen konnte.

Daher freute sich Beate Kemfert besonders über die Anerkennung der zahlreichen Fachbesucher, darunter die Kollegen des Sprengel Museums in Hannover, die eine große Schenkung der Künstlerin betreuen und sich von der Begeisterung über die vielen Neuentdeckungen, die das Ausstellungsprojekt zu Tage förderte, anstecken ließen. Bloum Cardenas, die Enkelin der Künstlerin, die eigens aus Kalifornien zur Eröffnung angereist war, lobte: »Bravo, Bravo, Bravo. Many secrets in the show. Thank you for all the instructions. Fantastic show.« Ebenso begeistert zeigten sich Ulrich Krempel, Regina Selter und Karoline Sieg, das Kuratorenteam der Dortmunder Ausstellung Ich bin eine Kämpferin. Frauenbilder der Niki de Saint Phalle bei ihrem Besuch in den Opelvillen. Zu Gast waren außerdem René Zechlin, Direktor des Wilhelm-Hack-Museums Ludwigshafen am Rhein, als Leihgeber der tanzenden Nana auf der Opel-Radkappe und die Freunde des Frankfurter Städel Museums, die zum ersten Mal den Weg zu uns fanden.

Daneben war es vor allem das umfangreiche Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm zur Ausstellung aus verschiedenen Führungsformaten, Gesprächen und Filmen, das die Besucher in die Opelvillen lockte. Insgesamt nahmen rund 2.000 Schülerinnen und Schüler an Führungen teil, darunter auch Sonderschulklassen. Dank großzügiger Spenden verschiedener Stiftungen, Landesmitteln und Privatinitiativen konnte ein umfangreiches Vermittlungsprogramm erstellt werden. Mehrere Kindergartengruppen aus Rüsselsheim und Umgebung kamen regelmäßig zur Sprachförderung. Ebenso begeistert wurden die Führungen für Menschen mit Demenz angenommen. Unser wöchentlicher KUNSTKAFFEE für ältere Menschen sowie eine Gratisführung, verlost von der Senioren Zeitschrift, und ein neues generationsübergreifendes Programm waren restlos ausgebucht.

Das Publikum gab seiner Begeisterung im Gästebuch im Foyer unseres Ausstellungshauses Ausdruck. »Es ist sehr schön, dass wir solche Ausstellungen nach Rüsselsheim bekommen. Dankeschön«, heißt es darin. »Wieder eine neue Sicht auf Niki, very good!«, schreibt ein weiterer Gast. »ich & ich sind begeistert, sehr beeindruckend & neonfarbig«, so ein anderer Eintrag. Schließlich: »Sehr schöne umfangreiche Ausstellung, die ungeahnte Schätze gefördert und öffentlich gemacht hat. Danke für die viele Arbeit und Mühe.«

Neben dem Publikum aus Rüsselsheim und dem Rhein-Main-Gebiet reisten die Besucher bundesweit und aus ganz Europa an. Viele planen einen weiteren Besuch der zweiten Station der Ausstellung in Düren. Dort wird am Sonntag, 2. April im Leopold Hoesch Museum die Opelvillen-Schau Niki de Saint Phalle und das Theater – At Last I Found the Treasure eröffnet.