Einladung zur Eröffnung in der Schleuse:
Till Galunke: »5 paintings after 2 p.m.«
am 15. März 2020 um 16 Uhr

Einladung zur Eröffnung in der Schleuse:<br/>Till Galunke: »5 paintings after 2 p.m.« <br/>am 15. März 2020 um 16 Uhr

Vom 16. März bis zum 12. April 2020 zeigt Till Galunke in der Schleuse der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen seine Ausstellung 5 paintings after 2 p.m.

GASTBEITRAG:

“Till Galunke studiert Freie Bildende Kunst in der Klasse von Prof. Shannon Bool an der Kunsthochschule Mainz und wird sein Studium im Sommersemester 2020 abschließen. In seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt er sich mit der Wahrnehmung von Alltagsgegenständen und alltäglichen Situationen und mit deren Verklärung. Er bezieht sich auf Diskurse der ästhetischen Erfahrung im ontologischen wie entitären Sinn. Seine theoretischen Überlegungen versucht er auf konzentrierte und reduzierte Weise durch Formen und Farben sowie durch die Wahl seiner Bildsujets in seine Malerei zu übertragen.

In der seriellen Arbeit 5 paintings after 2 p.m., die auch namensgebend für den Ausstellungstitel ist, kommen zwei weitere Komponenten mit ins Spiel – und zwar die der Zeit und die des Raumes. Die serielle Arbeit besteht aus fünf einzelnen Gemälden. Sie haben alle eine minimalistische Uhr als Bildsujet, wobei jede Uhr eine andere Zeit anzeigt.

Hinter dieser Serie steht ein Konzept: Galunke stellte sich die Aufgabe, jeden Tag ab zwei Uhr mittags im Atelier zu stehen und eine Uhr zu malen, die genau die Zeit abbildet, welche es gebraucht hat, um das Bildsujet zu malen. Die identischen Uhren, deren Zeiger jedoch zeitliche Abweichungen markieren, werfen Fragen auf zur objektiven und subjektiven Zeitwahrnehmung. Sie machen Zeit in einem malerischen Werk sichtbar, indem sie auf den Malprozess eines jeden Bildes verweisen. Zeit ist nur metaphorisch vor- und darstellbar, wobei die älteste und bekannteste Visualisierung von „Zeit“ die der Uhr ist.

Galunke hat sich für 5 paintings after 2 p.m. mit Søren Kierkegaards „Wiederholungsbegriff“ und mit Arthur C. Dantos „vorwärtigem Vergangenheitsbezug“ auseinandergesetzt. Ihn interessiert die Spannung zwischen Gewesenem und Zukünftigem. Um die Zeiterfahrung der Wiederholung für Betrachter*innen erfahrbar zu machen, nutzt er die langgestreckte räumliche Situation der „Schleuse“, die zum Abschreiten und Nacheinander-Betrachten der fast identischen Bilder einlädt. Dabei konfrontiert Galunke seine Malereien mit der mimetischen Gegenüberstellung einer realen Uhr im Fixpunkt zwei Uhr mittags – jener Zeit, die den konzeptuellen Ausgangspunkt der Arbeit bildet.

Till Galunke, 1987 in Gera geboren, kam 1989 nach Frankfurt. Er verbrachte die Jahre 2005-2009 beruflich in Wien und Salzburg. Zurück in Frankfurt nahm er 2014 sein Studium der Freien Bildenden Kunst an der Kunsthochschule Mainz auf. Zurzeit ist er Student in der Fachklasse für Malerei bei Prof. Shannon Bool. Till Galunke lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Die Vernissage findet am Sonntag, den 15. März, ab 16 Uhr in der Schleuse der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen statt. Einleitend sprechen Kelly Sue Roßmann (Schleuse, Labor / Opelvillen Rüsselsheim) und Dr. Irene Schütze (Kunstbezogene Theorie, Kunsthochschule Mainz).”

Text von Dr. Irene Schütze & Philipp Gerschner

 

Bildnachweis: © Philipp Gerschner