Eröffnung in der Schleuse
Sonntag, den 30. August 2020 um 16 Uhr
Max Brück: »Betonpfosten«

Eröffnung in der Schleuse <br/>Sonntag, den 30. August 2020 um 16 Uhr<br/>Max Brück: »Betonpfosten«

Ab dem kommenden Samstag, den 29. August 2020, zeigt Max Brück in der Schleuse der Opelvillen seine Installation „Betonpfosten“. Der 1991 geborene Künstler studierte von 2012 bis 2019 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach bei Prof. Heiner Blum. Werke von ihm waren bereits in Frankfurt sowie in Offenbach und Gießen zu sehen. Bei frischer Luft wird die Schau am Sonntag, den 30. August 2020 um 16 Uhr im Garten hinter den Opelvillen mit einer Rede eröffnet. Die Schleuse kann anschließend einzeln und in kleinen Gruppen unter Einhaltung der Abstandsregelungen besichtigt werden. Max Brück wird außerdem vor Ort für Fragen bereit stehen.

Seine Installation in der Schleuse beschreibt er wie folgt:

„Bis 2007 befand sich am östlichen Stadtrand in Gießen ein strategisch wichtiges Depot der amerikanischen Streitkräfte. Betonpfosten sicherten das streng bewachte Areal und stehen heute vereinzelt und mit Moos bedeckt im freien Feld. Abgehackt, nun liegt er da und der Pfosten wird durch seine Verortung und Konservierung zu einem geschichtlichen Objekt der Erinnerung.

Die Frage stellt sich nach der Art und Weise wie wir kollektive  Erinnerung im Falle der innerdeutschen Grenze beschreiben. Zu oft wurde der Mauerfall mit der Pointe des großen nationalen “Wir” und Wohlstand für Alle erzählt.

Die in weichem Schaumstoff nachempfundenen Repliken sind krumm, hängen schlaff und sind keine Repräsentation maskuliner und brachialer Aufrüstung mehr. Vielmehr stehen sie für jene bilaterale Erzählweise, die einer diversen Abbildung von Erinnerung entsprechen.

Max Brück beschäftigt sich mit persönlicher Erinnerung, der Konservierung und Verortung von Vergangenem.

Für die Ausstellung in der Schleuse der Opelvillen transportiert Max Brück einen Betonpfosten nach Rüsselsheim. Dieser begrenzte einst das Gelände des US-Depots am Stadtrand von Gießen, welches nach dem zweiten Weltkrieg einen der wichtigsten amerikanischen Stützpunkte Europas darstellte.

Durch im Raum verteilte Repliken aus elastischem Schaumstoff tritt das steinerne Original in den Hintergrund. Denn in seiner rohen Exposition erzählt der Pfosten eine wiederstrebende und zu geradlinige Erinnerung der Teilung.“

Text: Max Brück

 

Bildnachweis: Pfosten © Max Brück