Herzlich Willkommen!
Lena Grewenig im Labor der Opelvillen

Herzlich Willkommen!<br/>Lena Grewenig im Labor der Opelvillen

Wir heißen Lena Grewenig herzlich im Labor willkommen! Vergangene Woche ist die Künstlerin im Gastatelier eingezogen und wird es Mitte Mai als Arbeitsraum nutzen.

Die 1988 geborene Lena Grewenig hat von 2009 bis 2014 an der Frankfurter Städelschule studiert und dort ihren Abschluss als Meisterschülerin von Prof. Christa Näher gemacht. Von 2016 bis 2019 hat sie an der Zeichenakademie in Hanau die Ausbildung zur Goldschmiedin absolviert. Werke von ihr waren bereits in mehreren Ausstellungen in Frankfurt sowie auf Mallorca zu sehen.

Über ihre Arbeitsweise schreibt die Künstlerin wie folgt:

„In meinen Arbeiten erscheint die Natur entweder selbst als figuratives Motiv (wobei ich hier zu üblichen Farben greife) oder als Transmitter, indem die Malmaterialien aus selbst hergestellten Pigmenten bestehen (deren Grundlage u. a. Steine, Pflanzen und Knochen sind).

In meiner frühen Serie aus 2014, „Nature and Bodies“, greift die Umgebung in der ich arbeite mit ihren spezifischen Merkmalen in das Bild ein. Die Bilder dieser Serie entstehen aus dem Situativen; Prozesse und Spuren des Schaffensakts bleiben sichtbar. Der Ort des Geschehens tritt deutlich durch Staubflecken oder Falten in Erscheinung, die nicht nachträglich korrigiert wurden und somit Zeugen von Ort und Zeit des Geschehens sind.

Aber auch konkrete Bildmotive können entstehen (wie beispielsweise in den Werken „Cosmos“ oder „Inside“), die Fragen aufwerfen, die mit der Natur oder dem Kosmos in Verbindung gebracht werden.

Mein geplantes Atelier- und eventuell auch Ausstellungsprojekt umfasst malerische Arbeiten, die mit selbst hergestellten Pigmenten umgesetzt werden. Mein Interesse, Pigmente aus der Natur herzustellen, hat sich vor einigen Monaten entwickelt und beschäftigt mich seit langer Zeit.

Eine Vertiefung dieser Thematik unterschiedlicher Gesteinsarten begann bei meinem Aufenthalt in Andratx (Mallorca), während meines Atelierstipendiums dort. Auf langen Spaziergängen sammelte ich verschiedene Steine, die ich bearbeitete und die zur Grundlage meiner Bilder wurden.

Um mit diesen Materialien arbeiten zu können, habe ich mir verschiedene Techniken angeeignet. Dabei habe ich auch mit verschiedenen Bindemitteln gearbeitet.

Der zentrale Gedanke meiner Werkserie aus Stein-Pigmenten beruht auf dem philosophischen Aspekt, Zeit und Ort in meine Arbeiten einfließen zu lassen. Die Erde, die wir mit unseren Füßen wie imaginäre Linien durchziehen, was sich bildhaft in Gestalt der minimalistischen Striche und Linien auf meiner Leinwand widerspiegelt. Natürlich entstehen auch reale Wege. Diese strukturieren die Erde. In einigen Werken durchbricht ein figürlich aufgetragener Gegenstand das reduzierte, monochrome Bild. Gegenstände, die während der Aufenthalte an den verschiedenen Fundstellen eine Rolle gespielt haben oder eben auch ein Gedanke oder eine Assoziation gewesen sind, strukturieren so auch den malerischen Prozess, quasi von außen.

Durch diese unterschiedlich eingesetzten Mittel möchte ich eine Dialektik zwischen Willkürlichkeit und Ordnung schaffen, Dekonstruktion und Konstruktion.

Im Wechselspiel mit der Rationalität,dem Faktischen und dem Irrationalen, dem Gefundenen/Zufälligen entsteht etwas Geheimnisvolles, nicht Erklärbares.“

So wie überlappende Bilder, die wir im Alltag wahrnehmen und obwohl sie nichts miteinander zu tun haben, sich in unseren Köpfen Beziehungen aufbauen und miteinander psychologisch verknüpft werden.

Ähnlich, wie Erdplatten, die aufeinander zulaufen oder auseinander triften und so die Landschaft und den Boden auf dem wir stehen zeichnen, ohne dass wir es direkt sehen können. Was sichtbar wird, ist das Gesamtbild einer Landschaft, die sich dadurch bildet. Dies ist mir vor allem bewusst geworden, als ich letzten Sommer auf dem Ätna stand. Wie ein Teil vom Ganzen, erreicht so der Ort durch sein Mineral, eine universelle oder neue Bedeutung.“

Es ist geplant, mit Videobeiträgen Einblicke in die Arbeitsweise der Künstlerin zu geben, Diese finden Sie dann hier auf unserem Blog.

 

Bildnachweis: © Lena Grewenig, Foto: Marina Hoppmann (HfG Offenbach)