Schleuse-Eröffnung online
Un-Zu Ha-Nul Lee
»Sorry I’m late, I didn’t want to come«
am 4. Oktober um 12 Uhr auf Instagram

Schleuse-Eröffnung online<br/>Un-Zu Ha-Nul Lee<br/>»Sorry I’m late, I didn’t want to come« <br/>am 4. Oktober um 12 Uhr auf Instagram

Vom 4. Oktober bis zum 1. November 2020 zeigt Un-Zu Ha-Nul Lee in der Schleuse der Opelvillen ihre erste Einzelausstellung »Sorry I’m late, I didn’t want to come«. Die 1992 geborene Künstlerin hat von 2013 bis 2015 Modedesign an der Universität Pforzheim studiert. Seit 2015 studiert sie Kunst an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Werke von ihr waren bereits in mehreren Ausstellungen in Offenbach, Frankfurt und Berlin zu sehen. Ihre Schleuse-Schau wird um 12 Uhr mit einer Rede von Larissa Smurago live auf der Instagram-Seite der Opelvillen eröffnet.

Jakob Eisemann schreibt wie folgt über die Ausstellung von Un-Zu Ha-Nul Lee:

»Die Digitalisierung bringt ein Ende der Arbeitswelt, wie wir sie kennen. Das hippe Unternehmertum des Silicon Valley verspricht den kulturellen Wandel. Autoritäre Chefs, strenge Hierarchien, mürrische Angestellte, Anzug und Krawatte, per Sie – das war einmal. Arbeit muss Spaß machen und vor allem sinnstiftend sein. Angestellte und Unternehmen sollen miteinander (ver-)wachsen, sollen voneinander lernen und sich trennen, wenn die Leidenschaft verflogen ist. Das Versprechen der ‘New Work’ realisiert sich als totaler Zugriff auf die Ressource Mensch: Kreativität, Spontaneität und Informel werden planerisch eingehegt und für den Unternehmenserfolg nutzbar gemacht. Was aber passiert mit den intimen Lüsten und Sehnsüchten der Menschen, wenn individuelles Glück durch Kennziffern und Erreichungsziele definiert wird? Gehen Körper und Libido ganz auf das Unternehmen der Selbstoptimierung über? Oder verkümmern sie unter dem ständigen Druck zu performen und flüchten sie sich in die Prokrastination?

Un-Zu Ha-Nul Lee zeigt in ihrer ersten Einzelausstellung in einer Installation das Büro von heute als Indifferenzpunkt von Arbeits- und Freizeit, Arbeits- und Wohnraum, Öffentlichkeit und Privatsphäre. Für einen Monat werden sich die Bewohner dieses Zwischenraums in der Schleuse einnisten und sich fragen, ob sie pausieren oder nicht doch lieber weiterarbeiten wollen.«