Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Februar 2021: Hinter dem Horizont

Von Christoph Schütte – Das wollte man schon immer gerne wissen. Was wohl hinter dem Horizont auf den einsamen Wanderer wartet und ob es tatsächlich dort, wo Himmel und Erde sich berühren, immer weitergeht. Oder nicht vielmehr ein tiefer dunkler Abgrund lauert. Zwar stimmt schon, weiß der Mensch im Allgemeinen, dass die Welt doch eher rund und mitnichten eine Scheibe ist. Wenigstens in der Kunst aber gilt jener Ort, wo das Ende des Regenbogens sich befindet, noch immer als ein utopisches Versprechen. Jennifer Bannert jedenfalls, so will es dem Betrachter ihrer gewaltigen Sternenhimmel scheinen, glaubt womöglich nach wie vor daran und hat die Schwelle zu jener anderen Welt im grenzenlosen Universum ihrer Malerei gefunden. Insofern möchte man es nachgerade selbstverständlich nennen, dass »la forme du ciel«, so der Titel ihrer Ausstellung in der Schleuse der Rüsselsheimer Opelvillen, bis auf Weiteres für das Publikum geschlossen bleibt. Einen Einblick darin, wie der Himmel wohl beschaffen sei, erlauben die Opelvillen aber immerhin doch. Am Sonntag, 14. Februar, stellen die Opelvillen ein Video zur zweiten Einzelausstellung der Offenbacher Studentin auf ihrer Website www.opelvillen.de online. Dort ist es bis 14. März zu sehen.