Main-Spitze, 27. Oktober 2020: Mehr Geld für die Opelvillen. Die Stadtverordneten beschließen eine Erhöhung des Zuschusses für die Kunst- und Kulturstiftung

Von Markus Jäger – Die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen hat sich seit ihrer Gründung 2001 mit ihren vielfältigen Ausstellungen national wie international einen Namen gemacht. Damit die erfolgreiche Arbeit auch in Zukunft fortgeführt werden kann, stand in der Stadtverordnetenversammlung eine Magistratsvorlage zur finanziellen Absicherung der Stiftung durch eine Erhöhung des städtischen Zuschusses zur Abstimmung, die mit lediglich fünf Gegenstimmen der WsR-Fraktion angenommen wurde. Die Änderungsanträge der WsR-Fraktion sowie der Fraktion der Linken/Liste Solidarität wurden mit großer Mehrheit abgelehnt.

»Die Opelvillen leisten einen hervorragenden Beitrag zum kulturellen Leben in Rüsselsheim«, betonte Matthias Metz (CDU), der aber gleichzeitig die Gangart des Magistrates kritisierte. Laut Beschluss erhält die Stiftung für das Jahr 2021 40 000 Euro mehr Zuschuss, ab 2022 soll der jährliche zweckgebundene Zuschuss zur Bauunterhaltung von 50000 Euro auf 100000 Euro steigen, ab 2023 eine dynamische Anpassung der Zuschüsse erfolgen. Um die Finanzierung der Stiftung langfristig zu gewährleisten, seien aber dauerhafte Sponsorenverträge dringend nötig, wie Metz meinte. Aber Sponsorenakquise sei keine Stärke des Magistrats. Den Änderungsantrag der Linken/Liste Solidarität, der eine Namensänderung der Opelvillen vorschlug, da die Firma Opel sich Ende 2018 komplett aus der Finanzierung der Stiftung zurückgezogen hatte, bezeichnete Metz als falsches Signal: »Wir sind Opelstadt und werden es auch immer bleiben.« Man könne Opel nicht einfach von der Tagesordnung streichen.

Auch den WsR-Antrag, der lediglich einen einmaligen Zuschuss für die Stiftung in Höhe von 40 000 Euro vorsah und im weiteren auf die Akquirierung von Sponsoren setzte, lehnte Metz ab, weil dieser die Planungssicherheit über Bord werfen würde. Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) nannte den WsR-Antrag gar einen »einzigen Affront«. Unter anderem brachte Grieser die Formulierung, dass die Opelvillen ein Ausstellungsort »mit einer gewissen überregionalen Bedeutung« sei, auf die Palme. »Kulturpolitische würden ihren Weg pflastern, wenn sie in der Verantwortung wären«, wetterte der Kulturdezernent. Olaf Kleinböhl (SPD) wiederum zweifelte an der Ernsthaftigkeit des WsR-Antrages, der erst am Tag der Stadtverordnetenversammlung eingebracht worden war. Im Haupt- und Finanzausschuss habe die WsR-Fraktion noch für die Magistratsvorlage gestimmt.