Opelvillen, 31. März 2020: Kunstwerk des Tages – »Sala de lectura Coppelia« von Los Carpinteros

Los Carpinteros, Sala de lectura Coppelia [Lesesaal Coppelia], 2013, Stahl, 38,4 x 132,1 x 132,1 cm © Los Carpinteros

Los Carpinteros war ein kubanisches Künstlerkollektiv, international bekannt für die Verbindung von Architektur, Skulptur, Design und Zeichnung. Handwerkliche Herstellungsprozesse und die bevorzugte Verwendung von Holz führten zum Namen Los Carpinteros (Die Schreiner). Ab den frühen 1990er-Jahren reflektierte das Werk der Künstler die sozialen Transformationen im postrevolutionären Kuba und kommentierte kritisch und mit Humor die Krisen verharmlosende Kunstfertigkeit der vorherrschenden Ideologien und Machtstrukturen.

Sala de Lectura Coppelia ist ein architektonischer Prototyp für einen Lesesaal, dessen Konstruktion an eine revolutionäre Architektur in Havanna angelehnt ist: Die Eisdiele »Coppelia«. Das an ein gelandetes Ufo erinnernde Gebäude mit mehreren Eingängen wurde 1966 von dem Architekten Marco Girona entworfen. Mit dem Modell intendierte Los Carpinteros, eine sogenannte Heterotopie zu schaffen. Heterotopien sind nach Michel Foucault in sich geschlossene Orte, an denen ein neuartiges, den gesellschaftlichen Konventionen entgegenstehendes Verhalten möglich ist, das aber streng reglementiert ist.

1992 bildeten in Havanna Marco Antonio Castillo Valdés, Dagoberto Rodríguez Sánchez und Alexandre Arrechea ein Trio und wurden 1994 zu Los Carpinteros. Arrechea verließ die Gruppe 2003. Die zwei verbleibenden Künstler trennten sich 2018.

In diesem Beitrag können Sie von Sammler Robert Funcke noch mehr über dieses Kunstwerk und Los Carpinteros erfahren.