Rüsselsheimer Echo, 10. Februar 2021: Neue Ausstellung in der Schleuse von Sonntag an

Eines meiner Lieblingsbilder der Kunstgeschichte ist der Holztisch eines unbekannten Künstlers, der 1888 erstmals in der Schriftensammlung  L’atmosphère: »météorologie populaire« des französischen Astronomen und Autors Camille Flammarion abgebildet wurde. Für mich visualisiert der Holztisch die zeitenübergreifende, unendliche Suche des Menschen nach dem metaphysischen Fluchtpunkt hinter der Welt der Erscheinungen«, sagt die junge Künstlerin Jennifer Bannert. Von Sonntag 14. Februar, an zeigt sie ihre Ausstellung »la forme du ciel« in der Schleuse der Opelvillen Rüsselsheim. Die Ausstellung referiert auf jenes Wissen und die Versuche der Kunst und der Astronomie, sich den großen Fragen anzunähern.

Aus diesem Grund ist »la forme du ciel« auch der Titel ihrer Ausstellung, in der abstrakte Malereien von Sternenhimmeln gezeigt werden. Diese setzten sich in diversen Formationen mit Sichtbaren und dem Unsichtbaren, dem Davor und Dahinter, mit Ordnung und Unordnung des Firmaments auseinander. Die Schau vereint naturalistische, fiktive und systematische Annährungen an das Motiv.

Bannert studiert seit 2015 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach, nachdem sie bereits ein Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Psychoanalyse an der Goethe-Universität in Frankfurt abgeschlossen hat. Bannert hat ein Atelier in der Basis Frankfurt. In der Schleuse der Opelvillen präsentiert sie mit »la forme du ciel« bereits ihre zweite Einzelausstellung. Zur Eröffnung am Sonntag um 16 Uhr wird auf der Homepage der Opelvillen ein Video mit einem gesprochenem Text von Alice Chardenet zur Ausstellung veröffentlicht.